Bühne, Stimmen zum digitalen Wandel
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„Ich gehöre nicht zu den Digital-Pessimisten“

Laila Salome Fischer sang bereits mit elf Jahren als Jungstudentin an der UdK. Heute ist die Sopranistin 28 Jahre alt und hat Konzerte in der Berliner Philharmonie, bei der Komischen Oper, immer wieder an der Berliner Staatsoper, in Barcelona, Madrid, Brüssel, Zürich und Bregenz gegeben. Zu ihrem Repertoire gehören die Königin der Nacht, die Konstanze aus der Entführung aus dem Serail und nicht zuletzt die Bach-Kantaten, die sie mit dem Bach-Collegium in Paraguay sang.

Kulturschwarm: Wie häufig schauen Sie täglich auf Ihr Smartphone?
Laila Salome Fischer: Oh weh, sehr häufig. Ich bin wohl ein typischer Vertreter meiner Generation. Zu meiner Verteidigung: Als freischaffende Künstlerin ist es vorteilhaft permanent erreichbar zu sein! Aber wahrscheinlich bin ich einfach ein Suchti. (lacht)

Was zeigt die Startseite Ihres Smartphones?
Meine Startseite zeigt ein Foto meiner Hündin Fanny. Ich bin beruflich viel unterwegs und kann sie leider nicht so oft mitnehmen, wie ich gerne würde. So sehe ich sie zumindest jedes Mal, wenn ich auf mein Smartphone schaue… auch ein Grund, warum ich das wohl so oft tue!

Wann sind Sie zum ersten Mal mit dem Internet in Kontakt gekommen?
Sehr früh. Ich kann mich nicht wirklich daran erinnern, einen ersten “Internet-Moment“ gehabt zu haben.

Wie hat die Digitalisierung Ihre Arbeit geprägt?
Zum einen habe ich beinahe meine gesamte Notenbibliothek digitalisiert, was den Vorteil hat, dass ich meine Koffer und Taschen nicht mit Unmengen Klavierauszügen beladen muss, wenn ich – was durchaus die Regel ist – parallel mehrere Stücke vorbereiten muss. Zum anderen hat man als Künstler die Möglichkeit viel kreativer und selbstständiger seine Karriere zu gestalten durch die diversen Plattformen wie Youtube, Instagram, Facebook und Co. Außerdem ist es auch nicht zu unterschätzen, dass man sich viel leichter mit anderen Kulturschaffenden vernetzen und austauschen kann. Das empfinde ich als sehr bereichernd!

Wohin führt uns das Digitale – in die absolute Freiheit oder die absolute Abhängigkeit?
Wenn man nicht aufpasst, kann es absolut in die Abhängigkeit führen. Das merke ich auch bei mir selbst. Die Serie “Black Mirror“ über Mediendystopien in naher Zukunft zeigt wunderbar auf, wie die Entwicklung verlaufen könnte. Ich gehöre aber nicht zu den Digital-Pessimisten. Es verlangt ein Maß an Verantwortungsbewusstsein. Wenn das berücksichtigt wird, schenkt uns das Digitale eine unglaubliche Freiheit, die wir noch nicht komplett ausgeschöpft haben.

Was für einen Apparat würden Sie gerne erfinden, um ihn in Ihrer Arbeit einzusetzen?
In Zeiten wo ich wahnsinnig viel unterwegs bin, wünschte ich mir manchmal einen Beamer, um ohne Zeitverschwendung von Ort zu Ort zu reisen und auch mehr Angebote annehmen zu können. Wie es immer so ist, hat man ja meistens genau zur gleichen Zeit alle Anfragen und die Distanz zwingt einen zur Entscheidung. Auf der anderen Seite ist es wahrscheinlich ganz gesund, dass wir dann doch noch manchmal etwas geduldig sein müssen, sei es in einem Flug von A nach B oder eine Bahnfahrt. (lacht)

 

Laila Salome Fischer als Konstanze in der Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart:

 

Fotos: Esra Rotthoff, Laila Salome Fischer, Video: Theater TV

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