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Simone’s Bier- und Speisegaststätte

Ein Ort zum Trinken, Trauern und Tratschen.

Das „Simone’s“ im Berliner Bezirk Neukölln ist in gewissen Kreisen schon berühmt-berüchtigt. Seit sieben Jahren gibt es das Etablissement in der Sonnenallee 35. Hier wird gesoffen und gelacht, geweint und geprügelt. Von 10 Uhr morgens bis open end.

Kneipenhafter als im „Simone’s“ geht’s nicht. Es ist klein, kuschelig und dunkel. Der runde Holztresen nimmt ungefähr ein Drittel des Raumes ein und in den Ecken stehen urige Bartische für einsame Trinker. Auf der anderen, heller beleuchteten Seite stehen Holztische an denen Gruppen Platz finden. Fotokollagen von Festen, die im „Simone’s“ gefeiert wurden, Bierdeckel verschiedenster Art und Hertha Fan-Artikel schmücken die Wände: Hertha Schals, Hertha Poster, Hertha Fahnen. Bundesligaspiele können die Berliner sich hier nicht anschauen. Der Pay-TV Sender ist zu teuer.

Von harten Säufern bis zu jungen Punks und alten Damen ist jedes Berliner Barklischee vertreten. Hier finden sich all die, die nach Feierabend ein gepflegtes Bierchen trinken, sich volllaufen lassen oder sich mit Freunden und Fremden unterhalten wollen. Denn jeder ist hier willkommen, sagt Thomas, der Barkeeper. Seit Neukölln hip ist, findet man in dem Kiez auch hippe Leute. Und wo hippe Leute sind, bleiben Studenten nicht fern. Selten mischen sie sich unter die Urberliner, aber immerhin trinken sie alle im gleichen Raum. Kneipenwirt Thomas erzählt stolz, dass es jetzt sogar Studentenstammgäste gibt. Konflikte entstehen dadurch nicht: „Dit harmoniert“, sagt er. Die Jukebox trägt allerdings auch schwer zum Gemeinschaftsgefühl bei. Man hört gerne Helene Fischers Hit „Atemlos“ aus ihr herausträllern. Spätestens nach drei Pfeffis singt auch der verklemmteste Gast mit. Die Alten freuen sich über die Jungen und umgekehrt. Außerdem ist Simone froh über den höheren Umsatz, denn die Menge macht’s bei Bierpreisen von 1,20 €.

Simone selbst arbeitet nur in der Frühschicht und so ist es für die meisten zeitlich schwierig, sie als Wirtin zu erleben. Von den Gästen wird sie als knallhart, frech, aber „’ne janz Liebe“ beschrieben. Typisch Berliner Schnauze.

Früher wurden im „Simone’s“ auch Speisen serviert. Hausmannkost. Als dann kurz nach der Eröffnung 2007 das Nichtraucherschutzgesetz in Kraft tat, musste man sich entscheiden: Essen oder rauchen? Die Entscheidung war eindeutig.

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