Literatur

Der Doktor unter den Psychothriller-Autoren

Ob Düsseldorf, München oder Hamburg – durch seine zahlreichen Lesungen kennt er fast jede Stadt Deutschlands. Fühlt sich aber an keinem Ort so wohl wie in seiner Heimatstadt Berlin. Seit seiner Geburt lebt Psychothriller-Autor Sebastian Fitzek in der Hauptstadt: „Berliner sind ja phlegmatisch und bleiben meist in dem Viertel, in dem sie groß wurden – bei mir ist das Charlottenburg.“

Fitzek wurde am 13. Oktober 1971 in Berlin geboren und ist Autor von Sachbüchern und Thrillern sowie Entwickler von TV-Formaten. Er besuchte die Wald-Grund- und Wald-Oberschule, die er 1990 mit dem Abitur abschloss. Nach der Schulzeit studierte er ein halbes Semester Tiermedizin und anschließend Jura bis zum ersten Staatsexamen an der FU Berlin. Zum Dr. jur. promovierte Fitzek im Urheberrecht. Während des Studiums absolvierte er ein Volontariat beim Radiosender 104.6 RTL Berlin, bei dem er seit sieben Jahren Mitglied der Programmdirektion ist. Seit 2006 schreibt Fitzek Psychothriller, die überwiegend in Berlin spielen. „Mich zieht es mit den Hunden in den Grunewald, nach Schwanenwerder an den Wannsee, bis hin nach Sacrow an der Grenze zwischen Potsdam und Spandau. Diese ‚ruhigen’ Orte sind dann oft die Schauplätze meiner gruseligsten Szenen. Mein Favorit aber ist der Teufelsberg. Wer jetzt im Winter mal in der Nähe der alten Abhöranlage der Amis spazieren geht, versteht weshalb “Der Seelenbrecher” genau dort spielt,“ sagt Fitzek.

Gleich sein erster Psychothriller “Die Therapie” eroberte die Taschenbuch-Bestsellerliste, wurde als bestes Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und begeisterte Kritiker wie Leser gleichermaßen. Mit den darauf folgenden Bestsellern “Amokspiel”, “Das Kind”, “Der Seelenbrecher”, “Splitter” und “Der Augensammler” festigte er seinen Ruf als einer der besten deutschen Psychothriller-Autoren. Berüchtigt ist er außerdem für seine außergewöhnlichen Lesungen. So kam er beispielsweise zur Berliner Lesung von “Der Seelenbrecher” mit Zwangsjacke und Hannibal-Lecter-Maske auf die Bühne. Angeblich sei Fitzek beim Schreiben des Buchs verrückt geworden und in die Teufelsbergklinik eingewiesen worden. Deswegen wurde der Autor von mutmaßlichen Pflegern auf die Bühne getragen und ein Arzt warnte die Zuschauer vor Beginn der Lesung, dass Fitzek äußerst gefährlich sei. Das Publikum wurde Teil eines vergnüglichen Experiments.

Slum oder Luxus, spießig oder hipp

Bis heute wurden Fitzeks Werke in zwanzig Sprachen übersetzt. Als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren wird er auch in England und den USA verlegt. Trotzdem bleibt er seinem Geburtsort treu: „Berlin ist alles, was man will. Slum oder Luxus, spießig oder hipp, alternativ oder konservativ verfilzt, international und gleichzeitig provinziell,“ so Fitzek. „Bis auf hohe Berge und das Meer gibt es alles, was man braucht, und selbst die Ostsee ist ja nicht weit entfernt. Und für einen Autor gibt es nichts besseres, als diese Stadt. Keine Nation, die hier nicht lebt. Und mit Ausnahme eines Tsunamis gibt es doch kaum etwas, was man sich nicht vorstellen kann, das es tatsächlich hier passieren könnte.“

Auch die manchmal etwas merkwürdigen und schroffen Eigenarten der Berliner bringen Fitzek immer wieder zum Schmunzeln. So haut ein Kölner ihm beispielsweise nach einer gelungenen Lesung auf die Schulter und lädt ihn lachend zum Kölsch ein. Während ein Berliner, wenn er begeistert ist, nur murmelt: “Leider gut.”

Guter Satz für ein Buch, schlecht wenn man ihn selbst hört

Dass Fitzek mit seinen knapp 40 Jahren, seit kurzem verheiratet und Vater einer kleinen Tochter, nicht mehr wie noch vor einigen Jahren die Berliner Clubszene unsicher macht, hat sicherlich auch mit einem einschlägigen Ereignis zu tun: „Einem Freund von mir kam vor kurzem auf dem Weg in eine angesagte Disco eine junge Frau entgegen. Mit Blick auf meinen Kumpel sagte die zu ihrer Freundin: ‚Ach du Scheiße, jetzt kommen die schon zum Sterben hier her.’ Guter Satz für ein Buch, schlecht wenn man ihn selbst hört,“ so Fitzek. Seitdem werden die Partys lieber ins Wohnzimmer der jeweiligen Freunde verlegt.

Wer mehr über Sebastian Fitzek und seine Bestseller-Werke erfahren möchte, der findet viele weitere Informationen auf seiner Homepage.

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Kategorie: Literatur

Rebecca Schindler wurde am 4. November 1985 in Hannover geboren. Nach mehreren Umzügen landete sie 2001 schließlich im schönen Berlin. Nach der Orientierungsphase (drei Semester) Betriebswirtschaftslehre begann sie das Studium der Kulturwissenschaften an der Europa-Universität-Viadrina in Frankfurt/Oder. Ihre Schwerpunkte lagen hier bei Linguistik und Kulturgeschichte. Aufgewachsen in der „Generation Praktikum“ absolvierte sie unter anderem Praktika bei der B.Z. – Berlins größte Tageszeitung, 104.6 RTL – Berlins Hitradio, Akte 20.10, dem Berliner Tagesspiegel und arte. Dabei stellte sich schnell heraus, dass ihre große Leidenschaft die Boulevard-Geschichten sind. Seitdem schreibt Rebecca Schindler immer wieder Rezensionen, Porträts und Meldungen über aktuelle Pop-Konzerte, die neusten Musicals und Tanzveranstaltungen. Nach Abschluss des Masterstudiengangs Kulturjournalismus an der Universität der Künste plant Rebecca Schindler ein Volontariat in einer Print- oder Onlineredaktion.