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Mein tägliches “tinto”

Es ist nicht der Tee, nicht das Wasser und nicht mal das Bier: das Lieblingsgetränk Deutschlands ist… der Kaffee. Besonders beliebt ist der Kaffee aus Kolumbien. Unsere Autorin Michalina Kowol wollte wissen, was die kolumbianischen Bohnen so besonders macht.   Mahlen. Riechen. Brauen, warten und… Schlürfen. So „cuppt“ man professionell Kaffee. „Cuppen“ heißt die verschiedenen Bohnen zu degustieren und zu bewerten. An einem Abend findet in einem trendigen Berliner Kaffeehaus eine öffentliche Cupping- Veranstaltung statt. Dabei werden 30 kolumbianische Kaffees verkostet. Das internationale Publikum darf die Kaffeesorten probieren, die 2017 am Cup of Excellence teilgenommen haben. Cup of Excellence heißt “Tasse von exzellenter Qualität”: In diesem jährlichen Wettbewerb werden die besten Kaffees der Welt ausgezeichnet. Nur die USA importieren mehr kolumbianischen Kaffee als Deutschland. “In Kolumbien gibt es eine Vielfalt von guten sowie auch von schlechten Kaffees. Die sogenannte Premium-Sorten werden allerdings nicht am häufigsten in Kolumbien konsumiert,” sagt Juan Sebastián Gómez. Der Journalist forscht zur Agrarreform in seinem Heimatland. “Der kolumbianische Kaffee, charakterisiert sich durch süßliche Bohnen. Wir nennen es ʹsuaveʹ, sanft. Diese Bohnen …

Singen bitte!

Holden Madagame ist Opernsänger. Vor nur wenigen Jahren hat er eine Transformation durchgemacht – er hat sich in einen Mann verwandelt. Und vom Mezzosopran in einen Tenor. Von Michalina Kowol. Holden, was hat sich für dich in Berlin geändert? Sehr viel, ich bin nach Berlin gekommen und wollte ab sofort studieren und vorsingen. Das war schon von mehreren Jahren. Ich war sehr depressiv, da ich realisiert habe, dass ich transgender bin. Und dass ich Testosteron nehmen möchte, und ja, das hat alles für mich geändert. Testosteron zu nehmen bedeutete auch eine andere Transformation für dich… Früher habe ich als Mezzosopran gesungen, und jetzt singe ich als Tenor. …und solche Geschichten hört man nicht oft. Es ist fast nie, dass man sich von Mezzosopran ins Tenor verwandelt. Es hört sich total anders an, meine Kunst ist ein bisschen anders, weil meine Stimme ist wie von einem Teenager. So es kann für manche komisch klingeln, wenn ich singe. Und wenn jemand mich für einen Job engagieren möchte, das passt manchmal nicht. Was war deine Motivation, doch weiter …