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„Einen Smartphone-Fluch gibt es nicht!“

Ob Meditationsapp, Übersetzungsprogramm oder 3D-Erstellungsprogramme,  Javier Hermosa Martin ist ein absoluter Verfechter der Digitalisierung und hält nicht viel von einer analogen Lebensweise. 

Kulturschwarm: Wie häufig schauen Sie täglich auf Ihr Smartphone?
Javier Hermosa Martin:
Oft, sehr oft. Ich würde sagen ich verbringe täglich ungefähr zweieinhalb Stunden vor dem Display.

Wann ist das Smartphone Fluch, wann ein Segen?
Für mich ist das Smartphone eine Bereicherung. Also immer! Ich verstehe Menschen nicht, die denken: damals da hat man miteinander in der U-Bahn gesprochen… Die Leute waren doch eher vertieft in ihren Büchern oder Zeitungen.
Das coole an der Digitalisierung ist, dass ich jetzt selbst entscheiden kann, wann, wo und was ich mir mit dem Smartphone unterwegs anschauen möchte. Einen Smartphone-Fluch gibt es nicht, im Gegenteil – für mich ist das Smartphone ein Segen.

Javier Hermosa Martin studierte in den Jahren 2011-2013 „Sound Studies“ an der Universität der Künste. Der 32-Jährige ist in Madrid geboren und wohnt seit 7 Jahren in Berlin. Der leidenschaftliche Musikfanatiker ist sowohl selbstständiger Akustikingenieur, wie auch Unternehmer für DJ-Produktionen. Berufe, die ohne den Einfluss der Digitalisierung nicht funktionieren würden.

Welche drei Apps können Sie empfehlen?
Ohh, dafür muss ich einmal auf mein Handy gucken und dann kann ich entscheiden. Ich mag Spotify natürlich sehr. Wegen meiner deutschen Sprachlücke benutze ich auch sehr oft dict.cc, mir fällt nämlich oft das deutsche Wort nicht ein. Ansonsten benutze ich auch manchmal Bitcoin Checker, weil ich Bitcoins besitze und hier kann ich kontrollieren, wann die Preise steigen und wann nicht. Ebenfalls zu empfehlen ist die App Insight Timer – die Zeit gönne ich mir um in meiner Freizeit zu meditieren. Die App ist der Hammer! Ich weiß, ich sollte nur drei Apps nennen, aber CamScanner ist ideal, um Dokumente zu scannen und digitalisieren.

Wie prägt die Digitalisierung Ihr Berufsfeld?
Ich habe zwei unterschiedliche Berufsfelder, zum Einen: Meine Musikproduktionen, also im Bereich DJ-Setting! Hier beeinflusst mich die Digitalisierung besonders, weil ich mit dem Rechner Musik produziere und ausspiele. Mein zweiter Job: akustische Ingenieurwissenschaften! Weil sich meine Arbeit mit der Analyse von Räumen beschäftigt. Also die Räume akustisch zu optimieren. Für diesen Akustikbau brauche ich ein Erstellungsprogramm für 3D-Räume. Ohne Digitalisierung wäre das alles überhaupt nicht möglich.

In welchen Arbeitsphasen arbeiten Sie bewusst offline?
Als ich an der UdK war, habe ich mich sehr intensiv mit Klangkunst auseinandergesetzt – also Experimente mit akustischen Instrumenten. Vor zwei Jahren habe ich aufgrund meiner Jobs leider damit abgeschlossen. Es gibt echt fast gar nichts mehr, was ich analog mache.

Was sollte noch erfunden werden, um Ihren Alltag angenehmer zu gestalten?
Ein System mit Helikopterähnlichen Drohnen – natürlich total verschlüsselt und sicher! Die Drohnen sollten dann utopischer Weise auch die Fenster aufmachen können. Ich habe keine Lust mehr auf dieses Abwarten von Paketen und Lieferanten, die zu faul sind in den dritten Stock zu laufen und beim Nachbarn schellen. Das Praktischste daran: man muss das Paket nicht mehr im nächsten Shop abholen. Wenn jemand so etwas erfinden würde – Fantastisch.

Foto: Anastasia Coyto

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