Gesellschaft
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“Ich mache Menschen glücklich”

Foto: Peter Ochsenkühn / flickr

Fünf Fragen zum Rausch an Hendrik* (24), Drogendealer:

Warum verkaufst du Drogen?

Ich mache Menschen glücklich – gibt es etwas Großartigeres? Am liebsten würde ich nur LSD, Gras und MDMA verkaufen. Es ist auch eine Freizeitbeschäftigung. Wie kann man sonst seine kriminelle Ader ausleben? Am Anfang war das Adrenalin pur. Außerdem: ich will selbst nur das Beste konsumieren. Es muss Leute geben, die gute Drogen verkaufen.

Wie viel kaufst und verkaufst du?

In den besten Zeiten pro Woche 200 Gramm chemische Drogen und 500 Gramm Marihuana. Man kann bei Gras fünf Euro draufschlagen, bei Amphetaminen so 15 Euro, bei MDMA bis zu 60 Euro. Ich mache aber nie mehr als 6000 Euro Umsatz.

Wie hat alles angefangen?

Seit sechs Jahren verkaufe ich fast alles, auch Crystal Meth, Heroin. Glück hat mich an Menschen herangeführt, die mich an ihrem Wissen teilhaben ließen – damit konnte ich bei wichtigen Leuten punkten. Das schafft nicht jeder! Wegen meines Misstrauens gebe ich jetzt nur noch weiter, vermittle. Ich war eh nie dick auf der Straße.

Hast du Angst, erwischt zu werden?

Eigentlich nicht. Es gab mal einen Todesfall – drei Drogenringe wurden gesprengt und nach mir wurde auch gefragt. Aber keiner hat Infos weitergegeben. Wenn Leute erwischt werden, hat sie jemand verraten. Das bedeutet, dass sie schlecht gearbeitet haben. Dass sie gestreckt und verärgert haben. Es gibt aber auch Dealer, die sich mit Absicht kriegen lassen, um im Knast gute Kontakte zu machen.

Wie lange willst du das noch machen?

Ich will seit zwei Jahren aussteigen, aber mein eigener Genuss rückt immer wieder in den Vordergrund. Um Gutes zu bekommen, muss ich ab und zu Gefallen tun. Verpflichtungen habe ich nicht, das war mal. Es ist aber nicht leicht hier, Berlins Markt ist gesättigt. Man wird auch zum Einzelgänger. Es ist schwer, eine Freundin zu bekommen, die nicht selbst abhängig ist.

* Name von der Redaktion geändert, Symbolbild: Peter Ochsenkühn / flickr

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