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Die Macht des Streetstyles

Was in der Mode angesagt ist, diktieren die Laufstege? Von wegen: Längst haben sich Looks von Normalsterblichen als Trendbarometer etabliert

Ab morgen richtet die Mode-Branche ihren Blick auf Deutschland: Denn vom 18.-22. Januar 2016 findet die Berlin Fashion Week statt. Auf unzähligen Runway-Shows und Messen stellen Designer ihre Kollektionen für die Herbst/Winter 2016/2017 Saison vor. Doch längst spielt sich das Schaulaufen nicht mehr nur auf den Laufstegen – sondern auch auf den Straßen Berlins ab.

Noch vor einigen Jahren lag der Fokus der Fotografen gezielt auf den Laufstegen und den Trends die von diesem für die kommende Saison diktiert wurden. Und auch auf den von den Designern sorgsam ausgesuchten prominenten Gästen. Was sich in den Fashion Week-Städten außerhalb der Shows abspielte war nicht so wichtig. Doch mittlerweile richten sich die Objektive der Kameras auf die Straßen und somit auch auf die Outfits der „normalen Besucher“ der Schauen. Diese wurden anfangs noch nur vereinzelt fotografiert, heute bevölkern Streetstyle-Fotografen, wie Tamu McPherson oder Monique Wüstenhagen, während den Fashion Weeks die Modemetropolen, um die Looks von der Straße einzufangen. Egal ob in New York, London, Mailand, Paris oder Berlin: Während und nach den Modewochen sind die Onlineauftritte aller renommierten Zeitschriften wie Vogue oder Harper’s BAZAAR voll mit Bildergalerien, um den Lesern die besten Streetstyles aus den Städten zeigen. Die sind heute zur Trendsetzung nämlich mindestens genauso wichtig, wie die Modenschauen.

Beim Streetstyle geht es nicht nur um Mode, sondern vor allem um Stil

Denn während die Models auf den Laufstegen eher Unnahbarkeit ausstrahlen und die Designs oft nicht alltagstauglich kombiniert sind, zeigen die Outfits der „Normalos“, welche Trends von den Leuten wirklich angenommen werden: Der persönliche Stil ist dabei wichtiger als modische Erscheinungen. Auch haben die „Stars“ der Streetstyle-Fotografien oftmals keine Modelmaße, schon mal erste Fältchen oder vielleicht eine schiefe Nase – Hauptsache der Style stimmt. Diese kleinen Makel, die auf den Laufstegen und in der Modefotografie weitgehend undenkbar wären, schaffen es jedoch, dass sich auch normale Frauen und Männer mit den Leuten identifizieren können. Deshalb sind die Fotos für alle Mode-Liebhaber längst zu einer wichtigen Inspirationsquelle geworden, die ihnen zeigt, wie man Trendteilen durch verschiedene Kombinationsmöglichkeiten Leben einhaucht.

Durch das Hypen des Streetstyle-Phänomens in Modemagazinen und im Internet, wurden regelrechte Streetstyle-Ikonen geboren, deren Outfits auf jeder Fashion Week ein Blitzlichtgewitter auslösen: Sei es die Über-Bloggerin Chiara Ferragni, Moderedakteurin Veronika Heilbrunner oder die New-Yorkerin Leandra Medine. Wo sie auftauchen, muss heute (fast) jeder Filmstar in der begehrten Front Row Platz machen. Sie werden von den Designern hofiert und mit Komplettlooks für die Schauen ausgestattet. Unweigerlich kommt da die Frage auf, wie authentisch der Streetstyle noch ist, wenn es sich nun doch wieder auf ein paar bekannte Gesichter reduziert. Und das, obwohl ein gewaltiges Überangebot an schönen kreativen Looks auf den Straßen der Modemetropolen existiert.

Das ist natürlich auch in Berlin der Fall. Wer in der deutschen Hauptstadt durch die Straßen streift, merkt schnell, was ihren Stil ausmacht: Lässigkeit und Understatement wohin man schaut. Da überträgt sich der Spruch „Berlin ist arm aber sexy!“ deutlich auf den Stil: Großes Markenschaulaufen findet eher weniger statt. Lieber gedeckte Farben tragen, als zu viel Bling Bling. So sieht man in Berlin das ganze Jahr über inspirierende Outfits – auch ohne das ganze Fashion Week-Brimborium.

 

Um solche Styles einzufangen und zu zeigen, dass auch trotz des kalten Berliner Winters die Kreativität nicht verloren geht, haben wir unsere Kamera geschnappt, sind zum Rosenthaler Platz gefahren und haben in unserer Bildergalerie ein paar der schönsten Outfits für euch eingefangen. Direkt von den Straßen Berlins.

 

Bildergalerie: Madeline Dangmann/ Milena Bialas

Header-Bild: Flickr/ Dominika Wojciechowska

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Kategorie: Design

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