Autor: Benjamin Freund

Smart Seniors

Volker (72), Doris (68) und Ernst (70) sind in Deutschland so etwas wie Digital Natives der alten Schule. In einem Tête-à-Tête erzählen die Senior*innen von ihrer Technikgeburt, dem digitalen Hier und Jetzt und einer vernetzten Zukunft. Bereits vor der Jahrtausendwende warnte Paul Virilio vor der dystopischen Kehrseite des Computers. Der Technikeuphorie, die sich von Dampfloks und Flugzeugen hin zum digitalen Wellenreiten verschoben hatte, hielt der Kulturpessimist ein Warnschild vor die Nase. Man könne durch das Internet zwar zu jeder Zeit an jedem Punkt des Erdballs anwesend sein, würde in der physischen Realität aber in einem ohnmächtigen Zustand vor dem LED-Bildschirm versacken, heißt es in Virilios Manifest „Rasender Stillstand“. Heute, bald drei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung seines Buches, ist es leise um den 86-Jährigen geworden, während sich nicht nur die Jugend mit Gott und der Welt vernetzt. Grund genug, um einer vergessenen Generation von Technikmaniacs Gehör zu schenken. Volker, der gern durch virtuelle Welten bummelt Mit einem Lächeln betritt der Rentner seine Leipziger Wohnung. Vorbei an einem blinkenden Netzwerkrouter biegt er links ab, hinein in einen kleinen …